Ja, ich will Post aus der Akazienbuchhandung!

Latzhose3

“F” – Literaturkurier vom 7. März 2019

Liebe Kunden und Freunde
der Akazienbuchhandlung,

gerade mal 40 Jahre ist sie her, die Latzhosenzeit. Am Anfang gab es die lila Latzhose nicht einmal zu kaufen. Man mußte ins Berufskleidungsgeschäft gehen, eine weiße Malerhose erstehen, dann in der nach Sandelholz riechenden indischen Boutique an der Ecke oder bei Horten in der Handarbeitsabteilung nach Batikfarbe fragen. Und dann ging es los: Das proletarische, maskuline, knallweiße Ungetüm in die feministische, warme, schlammig-violette Brühe tauchen – fertig! Ein Kleidungsstück, daß nicht niedlich war. Nicht männlich, nicht weiblich. In dem man aufstehen und wieder schlafen gehen konnte. Und das damals alle trugen: die weiche, grasfleckenstrotzende, freundliche, wütende, nervige, abgenudelte, ausgelachte, stolze, kämpferische Gardeuniform des Feminismus.

Morgen ist Feiertag.

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Die Erfahrungen aus dem Feminismus der 70er-Jahre sind heute so etwas wie Alltagswissen geworden – und trotzdem sind die Misstände von damals keineswegs aus der Welt. Wie prägt dieser Umstand das Denken und Handeln heute? In einer Mischung aus autobiografischem Essay und Porträts junger Frauen zeigt Erica Fischer, Feministin der ersten Stunde, wie sich im Zuge der global zunehmenden Kluft zwischen Arm und Reich und des wachsenden Rassismus ein neuer, selbstbewusster Feminismus entwickelt hat – der, wenn man Erica Fischer liest, sofort Einmischlust macht!
(Erica Fischer, “Feminismus Revisited 9783827013873 Berlin Verlag 20 €)

 

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Ja, Feminismus kann voll witzig sein! Sophie Passmann ist Feministin – und so gar nicht einverstanden mit der Plattitüde, der alte weiße Mann sei an allem schuld. Sie will wissen, was hinter diesem Klischeebild steckt und fragt nach: Ab wann ist man ein alter weißer Mann? Und kann man vielleicht verhindern, einer zu werden? Sophie Passmann dekonstruiert ein Feindbild, indem sie mächtige Männer trifft und fragt: “Sind Sie ein alter weißer Mann und wenn ja – warum?” Klug! Lustig! Wichtig!
(Sophie Passmann, “Alte weiße Männer. Ein Schlichtungsversuch” 9783462052466 Kiepenheuer & Witsch 12 €)

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New York 1979: Eine junge Frau aus der Provinz bezieht ein winziges Zimmerchen im heruntergekommenen Morningside Heights – und will Schriftstellerin werden. Gierig auf alles Neue lauscht sie fasziniert durch die papierdünnen Wände des Apartments den skurrilen Monologen und Mantras ihrer Nachbarin …. Siri Hustvedts soghafter neuer Roman erzählt von Frauensolidarität und Männerwahn, von Liebe und Geschlechterkampf, von Gewalt und Versöhnung.
(Siri Hustvedt, “Damals” 9783498030414 Rowohlt 24 €)

 

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Kunst und Feminismus, Literatur und Geschlecht, Neurologie und Philosophie, Hysterie und Synästhesie – Siri Hustvedt überquert die Brücke zwischen Geistes- und Naturwissenschaften in beide Richtungen mit Leichtigkeit, und ihre neuen Essays sind ein intellektueller Genuß, ein Reiseführer in nur scheinbar gegensätzliche Geistes-Welten!
(Siri Hustvedt, “Eine Frau schaut auf Männer, die auf Frauen schauen. Essays über Kunst, Geschlecht und Geist” 9783498030315 Rowohlt 26 €)

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Die schönsten Bilder unseres Bestsellers “Good Night Stories for Rebel Girls” gibt es jetzt als Postkarten! 50 Frauenpoorträts zum Verschicken und Verschenken – von Queen Elizabeth I. bis Michelle Obama, von Frida Kahlo bis Malala, von Serena Williams bis Maria Sibylla Merian: Mutmach-Postkarten, die Flügel wachsen lassen!
(Favilli/Cavallo, “Good Night Stories for Rebel Girls – 50 Postkarten” 9783446262331 Hanser 16 €)

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